Selvedge vs. Selvage: Gibt es einen Unterschied?
In der Welt des hochwertigen Denims stößt man unweigerlich auf beide Begriffe. Oft wird hitzig darüber debattiert, welche Webart die bessere sei oder wo die technischen Unterschiede liegen. Doch die Wahrheit ist deutlich unspektakulärer, als viele Marketing-Texte vermuten lassen.
Die kurze Antwort: Es ist dasselbe.
Der einzige echte Unterschied zwischen Selvedge und Selvage ist die Herkunft des Wortes – es ist eine rein linguistische Differenz:
Selvedge: Ist die traditionelle britische Schreibweise.
Selvage: Ist die im US-amerikanischen Raum gebräuchliche Schreibweise.
Beide Begriffe leiten sich ursprünglich von „self-edge“ ab. Damit ist die „selbst-schließende“ Kante des Stoffes gemeint, die direkt auf dem Schützenwebstuhl (Shuttle Loom) entsteht. Da der Schussfaden kontinuierlich hin und her geführt wird, wird die Kante mechanisch versiegelt und kann nicht ausfransen.
Warum existiert die Verwirrung?
Obwohl die Begriffe technisch identisch sind, nutzen Brands sie oft unterschiedlich, um eine bestimmte Ästhetik oder Historie zu betonen:
- Marketing & Heritage: Viele japanische und britische Marken bevorzugen „Selvedge“, da es traditioneller und handwerklicher wirkt. US-Brands nutzen oft das pragmatischere „Selvage“.
- Die Webkante: Unabhängig von der Schreibweise erkennst du echten Selvedge/Selvage immer an der sauberen, oft weiß-rot eingefassten Kante, wenn du das Hosenbein umkrempelst.
- Qualität vs. Begriff: Weder die eine noch die andere Schreibweise garantiert eine bessere Qualität. Entscheidend ist nicht der Name, sondern die Webdichte, das verwendete Garn und die Einstellung des Webstuhls.
Fazit: Lass dich nicht verwirren. Ob mit „d“ oder ohne – solange der Stoff auf einem alten Schützenwebstuhl gefertigt wurde, hast du es mit der hochwertigsten Form des Denims zu tun.
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