Stofflexikon
Unterschied von japanischem zu herkömmlichem Denim
Japanischer Denim zeichnet sich durch eine sorgfältige Verarbeitung, eine besondere Webtechnik und hochwertige Materialien aus. Er bietet oft ein homogeneres Erscheinungsbild und entwickelt bei der Nutzung eine charakteristische Patina, die sich von herkömmlichem Denim unterscheidet, der häufig industriell gefertigt wird.
Types of Denim
Denim ist ein gewebter Köperstoff, der in der Regel aus Baumwolle hergestellt wird. Während der Kettenden gefärbt wird, bleibt der Schussfaden ungefärbt. Benannt nach der südfranzösischen Stadt Nîmes wurde dort ein robustes Baumwoll-/ Hanffasergewebe für Bekleidung erfunden.
Denim gibt es in verschiedenen Arten, die sich in Materialzusammensetzung, Webart, Farbe und Oberflächenstruktur unterscheiden. Diese Vielfalt ermöglicht eine breite Auswahl für unterschiedliche Anwendungen – von robusten Workwear-Stoffen bis hin zu feinem Denim für Mode und Alltagskleidung.
Selvage Denim
Selvage Denim wird an den Rändern gefinished, wodurch ein sauberes Ende entsteht. Dies geschieht, indem beim Webevorgang, das Webschiffchen den Schussfaden durch den Kettfaden fädelt. Währenddessen wird der Schussfaden kontinuierlich hin und her gewebt, wodurch sich die Kanten des Stoffes von selbst verschließen. Durch den speziellen Webvorgang, bei welchem mit traditionellen Webstühlen mit antiken Nähschiffchen gearbeitet wird, kann der Stoff in den meisten Fällen maximal eine Breite von ca. 80 cm erreicht. Gleichzeitig wird dieser dadurch sehr langlebig und entwickelt mit der Zeit eine schöne Patina durch die grobe und ungleichmäßig Oberfläche.
Non-Selvage Denim
Non-Selvage Denim wird hingegen zu Selvage Denim mit modernen Webstühlen, welche mit Projektilschiffchen versehen sind, hergestellt. Mittels dieser kann mit einer höheren Geschwindigkeit gearbeitet werden. Die Webstühle weisen statt eines traditionellen Webschiffchens ein kleines Metallgerät auf, welches einer Kugel ähnelt und den Schussfaden über den Kettfaden trägt. Dieser Schusseinsetzungsprozess führt an beiden Enden des Gewebes zu ausgefransten Kanten, welche vor dem Nähvorgang des Produkts versäumt werden müssen, um nicht auszufransen. Durch den moderneren Webeprozess kann non-Selvage Denim eine Breite von bis zu ca. 160 cm haben.
Unterschiede der schnittmuster
Auf Grund der Differenz in der Stoffbreite, ist das korrekte Auflegen auf den Stoff, zur Vermeidung von unnötigem Verschnitt von großer Bedeutung. Die Folgenden zwei Bilder sollen dies demonstrieren.
Herringbone
Ein Stoff mit einer charakteristischen Fischgratbindung, die ihm eine besondere Textur verleiht. Diese entsteht durch einen Wechsel der Gratrichtung. Beim Fischgratköper werden beim Gratwechsel die Bindungspunkte um einen oder mehrere Schussfäden verschoben, so dass die Grate nicht spitz zusammenlaufen. Diese Bindung kann durch unterschiedliche Farbwerte von Kette und Schuss hervorgehoben werden.
KAsuri
Kasuri ist eine bedeutende Webtechnik in der traditionellen japanischen Textilkunst und wird für die Schaffung einzigartiger Muster geschätzt, die einen unverwechselbaren, unscharfen Look haben. Diese Muster entstehen durch präzises Färben der Fäden vor dem Webprozess, was eine außergewöhnliche handwerkliche Fertigkeit erfordert. Jede Art von Kasuri – ob Tate, Yoko, Tate-Yoko, E-Gasuri oder Hogushi – bietet unterschiedliche ästhetische Möglichkeiten, von einfachen, geometrischen Linien bis hin zu detailreichen Bildern und weichen Übergängen.
Kasuri-Stoffe werden häufig in der Herstellung traditioneller japanischer Kleidung wie Kimonos, Obi und handwerklicher Textilien verwendet. Ihre Schönheit und Einzigartigkeit liegen darin, dass kein Muster exakt reproduziert werden kann, was jedem Stoff eine individuelle Note verleiht. Das macht Kasuri zu einer wertvollen Kunstform, die Tradition und Innovation in der Textilgestaltung vereint.
Sashiko
Sashiko ist eine traditionelle japanische Sticktechnik, die ursprünglich zur Verstärkung und Verschönerung von Stoffen entwickelt wurde. Sie zeichnet sich durch einfache geometrische Muster und das Einarbeiten von farbigen Fäden in das Gewebe aus, wodurch eine einzigartige Textur entsteht.
Chambray
Chambray ist ein leichter, gewebter Stoff, der oft mit Denim verwechselt wird, obwohl er sich in Struktur, Gewicht und Verwendung unterscheidet. Es wird traditionell aus Baumwolle hergestellt, kann aber auch aus Leinen oder anderen Fasern bestehen. Chambray ist für seine glatte, weiche Textur und seine luftige Struktur
Canvas
Canvas ist ein robuster, schwerer Stoff, der typischerweise aus Baumwolle oder Leinen gefertigt wird. Aufgrund seiner dichten Webart und hohen Fadenzahl ist Canvas besonders widerstandsfähig und langlebig. Der Stoff ist traditionell für seine Verwendung in Arbeitsbekleidung, Segeln und Zelten bekannt, wird aber auch für moderne Anwendungen wie Taschen, Rucksäcke, Schuhoberflächen und Möbelbezüge geschätzt. Canvas gibt es in verschiedenen Gewichten und Varianten, darunter wasserabweisend beschichtete Varianten, die ihn noch vielseitiger machen.
Moleskin
Moleskin ist ein dichter, schwerer Baumwollstoff, der für seine weiche, samtartige Oberfläche bekannt ist. Der Stoff wird in einer Köperbindung gewebt und anschließend aufgeraut, um seine charakteristische, beinahe veloursartige Textur zu erzielen. Moleskin ist äußerst strapazierfähig und winddicht, was ihn besonders geeignet für robuste Arbeitskleidung, Outdoor-Bekleidung und Jagdjacken macht. Trotz seiner robusten Eigenschaften fühlt sich Moleskin weich an und wird aufgrund seines hohen Komforts auch für Freizeitbekleidung verwendet.
Twill
Twill ist ein Gewebe, das sich durch seine diagonale, parallele Struktur auszeichnet, die durch das sogenannte „Köperbindungsmuster“ entsteht. Dieses Muster entsteht, indem der Schussfaden unter und über mehreren Kettfäden in einer versetzten Reihenfolge verläuft. Twill-Stoffe sind bekannt für ihre Strapazierfähigkeit, Flexibilität und weiche Textur, was sie besonders vielseitig macht. Sie werden oft für Bekleidung wie Jeans, Chinos und Anzüge sowie für Heimtextilien verwendet. Durch Variationen im Fadenverlauf entstehen verschiedene Twill-Arten, darunter Herringbone und Denim, die alle unterschiedliche diagonale Muster und Texturen aufweisen.
Neppy Denim
Neppy Denim ist eine besondere Art von Denim, die durch sichtbare, unregelmäßige Knötchen und Faserverklumpungen gekennzeichnet ist, die als „neps“ bezeichnet werden. Diese entstehen meist durch natürliche Unregelmäßigkeiten in der Baumwolle oder durch eine kontrollierte Verarbeitung während des Spinnens und Webens. Der Stoff hat dadurch eine leicht unebene, texturierte Oberfläche, die ihm einen rustikalen und handwerklichen Look verleiht, der oft als „vintage“ oder „used“ wahrgenommen wird. Neppy Denim wird häufig für lässige Jeans und Jacken verwendet und ist besonders bei Liebhabern von unverwechselbarer, strukturierter Kleidung beliebt.
Slubby Denim
Slubby Denim ist ein Denimstoff, der bewusst ungleichmäßig und locker gewebt wird, was ihm eine weiche, ungezwungene Struktur und eine natürliche, leicht ausgewaschene Optik verleiht. Durch die lose Bindung entsteht ein legeres und fließendes Tragegefühl, das im Vergleich zu traditionellen Denimstoffen weniger steif ist. Slubby Denim ist aufgrund seines entspannten Looks und Komforts besonders beliebt für Freizeitkleidung und lässige Jeans-Styles.
Flammengarn ist entscheidend für die Herstellung von Slubby y Denim, da es die unregelmäßige, texturierte Optik und den weichen Griff dieses Stoffes verstärkt. Durch die Verdickungen und Dünnstellen im Flammengarn entsteht eine lebendige, "flammenartige" Struktur im Gewebe, die perfekt zu Slubby Denims entspannter, lässiger Ästhetik passt. Der Einsatz von Flammengarn sorgt dafür, dass Slubby Denim besonders weich und locker fällt, was den charakteristischen Vintage-Look und das komfortable Tragegefühl unterstützt.
Unzen (Oz)
In Bezug auf Denim bezieht sich die Einheit "Unzen" (englisch: ounces, abgekürzt "oz") auf das Gewicht des Stoffes pro Quadratmeter. Genauer gesagt, gibt sie das Gewicht von einem Yard (0,91 Meter) Denim-Stoff auf 1 Yard Breite an. Das Maß in Unzen bestimmt die Dicke, Dichte und Robustheit des Stoffes, was sich auf das Tragegefühl und die Haltbarkeit der Jeans oder Denim-Artikel auswirkt.
Die typischen Gewichtsklassen sind:
Leicht (5-8 oz):
Sehr weicher, flexibler Denim, oft für Hemden oder Sommerkleidung verwendet.
Mittel (9-12 oz):
Der gängigste Denim für Jeans. Diese Gewichte bieten ein gutes Gleichgewicht zwischen Haltbarkeit und Tragekomfort und sind das ganze Jahr über tragbar.
Schwer (13-16 oz):
Robuster und steifer Stoff, der besonders widerstandsfähig ist. Diese Jeans sind anfangs etwas unbequem, bieten aber mit der Zeit eine besonders markante Patina.
Extra schwer (17 oz und mehr):
Sehr dicker und robuster Stoff, der oft von Enthusiasten getragen wird, die einen ausgeprägten, individuellen Look suchen. Die Eintragezeit kann lang und anfangs unbequem sein, aber die Patina und der Look sind oft besonders charakteristisch.
Das Gewicht ist also ein wesentlicher Faktor für den Stil, den Komfort und die Haltbarkeit der Jeans.
Wie berechne ich die Unzen?
Um das Gewicht von Denim in Unzen pro Quadratmeter (oz/yd²) zu bestimmen, kann man eine einfache Methode mit einem ausgeschnittenen Quadrat und einer Waage anwenden. Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung:
Vorgehensweise:
Quadrat ausschneiden: Schneiden Sie ein Quadrat mit einer Seitenlänge von 10 cm x 10 cm (100 cm²) aus dem Denimstoff. Diese Größe ist ideal, da das Gewicht einfach umgerechnet werden kann.
Wiegen: Wiegen Sie das Quadrat auf einer feinen Waage und notieren Sie das Gewicht in Gramm.
Berechnung: Multiplizieren Sie das gemessene Gewicht des 10 cm x 10 cm Stücks in Gramm mit dem Faktor 0,282 (dies entspricht der Umrechnung in oz/yd²). Der Wert in Unzen gibt die ungefähre Stoffschwere an.
Formel:
Schwere in oz/yd^2 = Gewicht in Gramm x 0,282
Beispiel:
Wenn Ihr Denim-Quadrat 25 Gramm wiegt, lautet die Berechnung:
25g x 0,282 = 7,05 oz/yd^2
Erklärung:
Denimstoffe werden oft in oz/yd² gemessen, da diese Angabe die Dicke und Strapazierfähigkeit des Materials beeinflusst. Mit dieser einfachen Methode lässt sich das Gewicht eines Denimstoffs präzise und unkompliziert bestimmen.